Was eine Observation wirklich kostet
Die erste Frage ist fast immer der Stundensatz. Es ist die am wenigsten aussagekräftige Zahl. Was eine Observation kostet, hängt davon ab, wie sie besetzt ist und wie lange sie realistisch dauert, nicht von einem einzelnen Ansatz.
Warum der Stundensatz täuscht
Ein niedriger Satz mit einer Person, ohne Fahrzeug, ohne Bericht klingt günstig und kann am Ende das Teuerste sein, wenn nichts Verwertbares herauskommt. Dann haben Sie für Stunden bezahlt und stehen ohne Ergebnis da.
Ernsthafte Observation läuft in der Regel zu zweit. Das hat einen Grund: Eine einzelne Person kann eine Zielperson nicht über Stunden begleiten, ohne aufzufallen, und sie kann nicht gleichzeitig zu Fuss und mit dem Fahrzeug bleiben. Zwei Personen lösen sich ab, wechseln die Rollen und halten den Kontakt auch dann, wenn die Zielperson das Verkehrsmittel wechselt. Das verdoppelt scheinbar den Satz, ist aber genau das, was die Beobachtung erst tragfähig macht.
Woraus sich ein Einsatztag zusammensetzt
- Personal. Meist zwei Personen in Schichten. Ein Einsatztag umfasst typischerweise rund acht Stunden, kürzere Fenster sind möglich, wenn der Tagesablauf bekannt ist.
- Fahrzeuge und Fahrzeit. Die Anfahrt und der Betrieb gehören dazu, nicht jeder rechnet sie gleich ab.
- Technik. Foto- und Videomaterial in einer Qualität, die verwertbar ist, nicht nur erkennbar.
- Bericht. Die Auswertung und der schriftliche Bericht sind Teil der Arbeit, kein kostenloser Zusatz. Ohne verwertbaren Bericht ist die beste Beobachtung wenig wert.
Konkrete Richtwerte und was bei uns eingerechnet ist, finden Sie unter Ablauf und Kosten.
Warum die Dauer schwer vorherzusagen ist
Wie viele Tage nötig sind, hängt von der Frage und vom Tagesablauf der Zielperson ab. Manchmal liefert der erste Einsatztag bereits die Antwort, manchmal braucht es mehrere, weil das entscheidende Ereignis nur unregelmässig eintritt. Seriös ist deshalb nicht, eine feste Zahl zu nennen, sondern von Beginn an mit einer Obergrenze zu arbeiten und nach jedem Tag zu entscheiden, ob es sich lohnt, weiterzumachen.
Woran Sie unseriöse Offerten erkennen
- Keine Obergrenze, sondern offenes Abrechnen nach Aufwand.
- Ein auffällig tiefer Satz. Irgendwo wird gespart: an der zweiten Person, an der Technik, am Bericht.
- Ein vager Auftrag ohne klares Ziel, nach dem Muster „wir schauen mal".
- Das Versprechen eines garantierten Ergebnisses. Niemand kann zusagen, was eine Beobachtung zutage fördert.
- Keine Bereitschaft zu sagen, wann sich der Aufwand nicht lohnt.
Was Sie fragen sollten
Mit wie vielen Personen wird gearbeitet? Gibt es eine verbindliche Obergrenze? Was ist eingerechnet, also Fahrzeit, Technik, Bericht? Und was passiert, wenn sich früh abzeichnet, dass nichts vorliegt? An den Antworten erkennen Sie schnell, ob Ihnen jemand ein Ergebnis oder nur einen tiefen Preis verkauft.
Eine seriöse Offerte nennt ein Kostendach und sagt, was enthalten ist. Und sie ist ehrlich, dass sich ein Verdacht nicht in jedem Fall bestätigen lässt. Der günstigste Tag ist der, der Ihre Frage beantwortet, nicht der mit dem tiefsten Stundensatz.